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Wie Antholz zur Biathlon-Hochburg aufstieg

Die Geschichte des Biathlonsports in Antholz hat ihre Wurzeln in den frühen 70ern. Der gebürtige Antholzer Paul Zingerle hat maßgeblich dazu beigetragen

Storia di Anterselva: Paul Zingerle

Paul Zingerle wurde als jüngstes Kind einer Großfamilie im Jahre 1945 am Siebenter-Hof in Antholz-Niedertal geboren. Die Mutter war Lehrerin und unterrichtete an der Volksschule in Niedertal, der Vater bewirtschaftete den zu den Antholzer Kuchlmairhöfen gehörenden großen Hof und war längere Zeit auch Bürgermeister seiner Heimatgemeinde. Nach der Matura trat Paul Zingerle eine Stelle als Mittelschullehrer in Mühlbach an.

Schon zu Beginn der 70er Jahre begann Paul Zingerle zusammen mit einem seiner Brüder in der Antholzer Fraktion Obertal das Hotel "Wildgall" und ein Feriendorf mit acht Bungalows zu errichten.

Parallel dazu "entdeckte" Paul Zingerle zu Beginn der 70er Jahre den Biathlonsport, nachdem er eher zufällig davon erfuhr, dass die damalige italienische Biathlon-Nationalmannschaft in der Nähe von Sterzing ein Trainingslager abhielt. Allem Neuen gegenüber aufgeschlossen, erkannte Zingerle das Potential, das im Skijägersport steckte und es gelang ihm, den damaligen Trainer Mismetti Battista für einen Besuch im Antholzertal zu gewinnen.
Dabei konnte er ihn von den Vorzügen des Tales überzeugen. Schon 1971 fand unter organisatorischer Leitung von Paul Zingerle das erste internationale Biathlon-Rennen im Antholzertal statt. Damals wurden lediglich der 20-km-Lauf und ab 1973/74 der 10-km-Sprint ausgetragen. 

1975 erhielt das Antholzertal erstmals den Zuschlag für die Ausrichtung einer Biathlon-Weltmeisterschaft, die unter Anerkennung der gesamten Fachwelt durchgeführt wurde, obwohl der Biathlonsport damals eine ausgesprochene Randsportart war. Der umtriebige und energiegeladene Geschäftsmann engagierte sich im Tourismusverein und im Gemeinderat, wurde Präsident des 1968 gegründeten Sportvereins Antholzertal und nahm darüber hinaus auch eine Reihe von öffentlichen Ämtern und Funktionen wahr. Mitte der 70er Jahre führte Paul Zingerle - der einen betonten Hang zu pragmatischen Lösungen hatte - zusammen mit dem damaligen DDR- Biathlon-Papst Kurt Hinze den Biathlon Weltcup ein. Die beiden Freunde bastelten ein Reglement, kauften einen 25 kg schweren Pokal, stellten ihn beim Antholzer Bäcker Seeber in die einzige Auslage des Dorfes und vergaben ihn anlässlich der jährlichen "Internationalen Biathlon-Woche" inoffiziell als Weltcup. Im Jahr darauf wurde der Weltcup dann offiziell eingeführt und vergeben.

Nach Einführung der sportfreundlichen Kleinkalibergewehre in der Wintersaison 1977/78 begann der unaufhaltsame Aufstieg des Biathlonsports von einer Randsportart zu einer der spannendsten Kombinationssportarten, die - und das merkte man etwas später - extrem fernsehgerecht ist. Anlässlich der 1983 im Antholzertal stattgefundenen Weltmeisterschaft gelang Paul Zingerle zusammen mit seiner unermüdlichen Mannschaft ein großer Erfolg: Im Biathlon-Naturstadion in Antholz-Obertal konnte ein Gebäude errichtet werden, das fortan auch als Basisstruktur für Sport und Fremdenverkehr diente.

Schon Anfang der 80er Jahre kam Paul Zingerle privat in wirtschaftliche Schwierigkeiten und konnte es nicht verhindern, dass er in der Folge sein Hotel und seine Liegenschaften veräußern musste. Im November 1984 trat Paul Zingerle das Amt des Präsidenten des Biathlon Komitee Antholz, das sich mit der Vorbereitung und Durchführung der Biathlon Veranstaltungen beschäftigt, an Franz Rieder ab, der bis 1997 dem Biathlon Komitee Antholz vorstand. Paul Zingerle kümmerte sich auch in der Folge im Exekutiv-Komitee der IBU um die Weiterentwicklung des Biathlonsports und hielt sich gerade bei Sportfreunden in Moskau auf, als er im Sommer 1993 an Herzversagen verstarb. Nach langwierigen bürokratischen Abläufen wurde Paul Zingerle im Friedhof von Antholz-Niedertal beigesetzt. Wenn Antholz heute zusammen mit Ruhpolding, Oberhof, Lahti und Lillehammer genannt wird und wie kaum ein zweites Tal im Alpenbogen mit dem faszinierenden Skijägersport in Zusammenhang gebracht wird, wenn junge Antholzer zu Idolen der sportlichen Jugend geworden sind und den Namen ihres Tales in die Welt hinausgetragen haben, wenn im Antholzertal heute ein Sportzentrum von Weltformat besteht, dann ist es der Verdienst eines weitsichtigen Mitbürgers, der mit enormer Energie und viel persönlichem Einsatz eine Vision verfolgt hat, die heute Wirklichkeit ist.

  

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